Züritipp: Hengst & Hitzkopf

«DEM GESPENST EIN GESICHT GEBEN»

Regisseur Dominik Locher und Autor Timo Krstin sind Hengst & Hitzkopf. Jetzt lassen sie einen jungen Mann von der Faszination des Jihad erzählen.

«Ein Gespenst geht um in Europa» wird als eine Mischung aus Theater und Dokumentation angekündigt. Wie viel Realität steckt in dem Abend? Krstin: Die Geschichte ist 100 Prozent real, die Bühnenübersetzung zu 90 Prozent wahrhaftig. Der Schauspieler José Barros wird einen Monolog halten. Wieso er? Krstin: Wenn er nicht zum Theater gefunden hätte, hätte er auch beim Islamischen Staat landen können. Ausserdem ist er ein hervorragender Schauspieler mit dem Potenzial, es ganz noch oben zu schaffen. Das Stück ist also nicht nur mit, sondern auch über ihn? Locher: Ja. Seine Herkunft und Biografie eignen sich hervorragend, um Gründe, Vor- und Nachteile einer Hinwendung zum Islam zu untersuchen. So geben wir dem Gespenst Islamismus ein Gesicht. Der Islam wird aktuell von vielen Menschen mit Terror gleichgesetzt. Wie geht Barros mit dieser Angst um? Krstin: Für José Barros sind Islamismus und Terror nicht identisch. Er lässt sich dieses Thema nicht aufzwingen. Sie haben sich bereits in der Vergangenheit mit dieser Thematik auseinandergesetzt. Wieso jetzt wieder? Locher: Nach den Attentaten von Paris und Brüssel ist das Gespenst Islamismus grösser denn je und beeinflusst die Politik in ganz Europa. Ausserdem ist der Reiz, zu konvertieren, für viele junge Menschen ungebrochen gross. Möchten Sie mit dem Stück aufklären? Locher: Ja. – José Barros spricht mit dem Publikum auch offen über die Sex- und Beziehungsprobleme eines jungen Mannes.

#Bühne #Interview #Züritipp

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