Züritipp: Zugabe, Zugabe

Nach dem Konzert von Insanlar bleiben die Bandmitglieder auf der Bühne. Gut, ist Baris K. ein DJ.

In Istanbul sorgt Baris K. für reichlich Party: Er ist Co-Betreiber des kleinen Clubs Minimüzikhol, arbeitet als DJ und Produzent. Nebenbei perfektioniert der Türke sein Liveprojekt Insanlar: eine bis zu sechsköpfige Band, die Tradition und Moderne vereint. In den Texten werden die grossen anatolischen Dichter und Philosophen Kul Nesimi und Pir Sultan Abdal zitiert. Zu den Reimen aus dem 17. respektive 18. Jahrhundert gibt es Klänge aus der Gegenwart: elektrische Gitarren, treibende Beats – aber auch akustische Sa und anatolische Perkussion. Dieser eigenwillige Sound begeisterte auch Ricardo Villalobos, einen chilenisch-deutschen Künstler und DJ, der für sein abenteuerliches Leben und für seine herausfordernde Clubmusik bekannt ist. Er kümmerte sich um die erste Veröffentlichung von Insanlar. «Kime Ne» – zu Deutsch «Na und?» – erschien 2013 auf Baris K.s eigenem Label Aboov Plak. Zwei Jahre später folgten die Remixes von Villalobos. Dass die über eine Viertelstunde dauernden Tracks im Westen auf viel Gegenliebe stiessen, war eigentlich keine grosse Überraschung. Bereits 2011 hatte Baris K. mit seinen Eurasia Compilations einen kleinen Hype in fremden Ländern gelandet: Damals packte das New Yorker Label Nublu Records die Songs auf seine Compilation «Istanbul 70». Im Kauz gibt es nicht nur einen Liveauftritt von Insanlar. Baris K. und sein Bandkollege Mini Bashekin sorgen dafür, dass der Abend zu Recht als «Relax in Istanbul» angekündigt wird: Die beiden Musiker legen vor und nach der Liveshow auf.

Erschienen im Züritipp am 02.06.2016

#Züritipp #Club

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