Züritipp: Geld oder Frau

In dieser spanischen Komödie regieren das Geld und der Wahnsinn. Ein Probenbesuch.

Regisseurin Sophia Bodamer gibt Patrick Frey letzte Anweisungen. Er spielt in «Der Kredit» den Filialleiter einer Bank. Einen privat und beruflich erfolgreichen Mann, der sich plötzlich mit einem besonders hartnäckigen Kunden (Philippe Graber) konfrontiert sieht: Als der Banker seinen Antrag auf einen Kredit ablehnt, bleibt der Mann einfach sitzen. Er versucht erst mit Worten, dann mit Drohungen sein Geld zu bekommen: «Wenn Sie mir den Kredit nicht geben, verführe ich Ihre Frau!» Der Banker lacht verächtlich – und der Kunde flirtet mit dem Publikum, erklärt dabei seine Wirkung auf das andere Geschlecht. Spätestens als er dem Filialleiter ein Scheidungsszenario ausmalt, ist dieser in heller Panik. «Das Machtverhältnis wird sicher aber noch öfters kippen», sagt Bodamer. Knapp eine Woche vor der Premiere wird intensiv geprobt. Das Bühnenbild steht bereits: ein reduziertes Büro, dessen Wände, Möbel und Teppich mit einem grafischen Muster überzogen sind. So wirkt der reduzierte Raum surreal. Ist es auch die Geschichte? «Nein, sie verliert nie den Realitätsbezug», so Bodamer. «Auch wenn der Verlauf der Geschichte und vor allem der Schluss so überhaupt nicht erwartbar sind.» Geschrieben hat «Der Kredit» der Spanier Jordi Galceran, Frey übersetzte den Text ins Schweizerdeutsche. Am Inhalt hat er nichts geändert, nur dann und wann einen Bezug zu Winterthur hergestellt. So schickt er beispielsweise die Figur des Kunden in die nahe Konditorei Vollenweider, um reiche Frauen aufzureissen.

#Züritipp #Bühne

Empfohlene Einträge
Aktuelle Einträge
Archiv
Schlagwörter
Noch keine Tags.
Folgen Sie uns!
  • Facebook Basic Square
  • Twitter Basic Square
  • Google+ Basic Square