Züritipp: Alte sind schwieriger


Frau Früh, möchten Sie in einer Alters-WG wohnen? Ja. Ich glaube aber, dass das Zusammenleben mit älteren Menschen schwieriger ist. Weil sie länger gelebt haben, sind ihre Eigenschaften stärker ausgeprägt – auch die schlechten. Es müsste besser passen als bei den vier Mitbewohnern in unserem Stück Grundriss der Hoffnung.

Jüngere WG-Gspäändli streiten über schmutziges Geschirr. Und ältere? Über alles. Bereits beim Planen gibt es die ersten Konflikte. Schliesslich muss alles ausgesucht werden – auch die B den das Terrassengeländer und die Türfallen. Und bei jedem Punkt gibt es unterschiedliche Meinungen und Geschmäcker.

Ist das Stück aber trotz der Konflikte eine Komdie? Ja. Es gibt viel Unvorhergesehenes, alles kann passieren – und die Auseinandersetzungen sind zwar für die Beteiligten unendlich mühsam, für das Publikum aber sehr lustig.

Sie haben Grundriss der Hoffnung gemeinsam mit Patrick Frey geschrieben. Wir arbeiten schon seit dreissig Jahren zusammen und haben immer Stücke realisiert, die zu unseren jeweiligen Lebenssituationen passten. Früher machten wir die Kindererziehung zum Thema, heute die Alters-WGs. Aber natürlich haben wir auch recherchiert und gelesen.

Und sind auf Wohnpsychologen gestossen? Diesen Beruf haben wir fürs Stück erfunden. Die Wohnpsychologin und der Architekt planen alles und finden für jedes Problem eine Lösung. Vermeintlich.

Die Zürcherin Katja Früh ist Regisseurin, Schauspielerin und Dramaturgin - und hat unter anderem die Fernsehserie «Lüthi & Blanc» erfunden.

Erschienen im Züritipp am 08.09.2016

#Züritipp #Bühne #Interview

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